Tiefe Trauer und viele Fragen

Nicole ClerfSeit dem Abend des 20. November 2003, einem Donnerstag, wird Nicole Clerf, ehemalige Schülerin des Sankt-Josef-Gymnasiums und Abiturientin im Jahrgang 1997, vermißt. Der Wagen von Nicole wird zwei Tage später ausgebrannt am Rande der Gemarkung Körperich gefunden. Es entstehen Befürchtungen in Richtung eines Gewaltverbrechens. Die folgenden Tage sind Tage des Hoffens und Bangens. Am Dienstag, 25. November, gesteht nach einem Verkehrsunfall der 29-jährige Oliver L., seine ehemalige Freundin Nicole getötet zu haben. Wenig später gesteht er, den Körper von Nicole in einem Luxemburger Stausee versenkt zu haben. Der Hinweis auf den Sauerstausee von Esch verdichtet sich. Nach mehrtägiger Suche wird der Körper von Nicole am Mittwoch, dem 3. Dezember, geborgen.

Das grausame Geschehen bedrückt die ganze Region, besonders die Gemeinden Bollendorf und Körperich. Aus Bollendorf stammte Nicole, in Körperich hat sie seit einiger Zeit gewohnt. Das Sankt-Josef-Gymnasium trauert um seine ehemalige Schülerin, der Jahrgang 1997 ist tief betroffen. Das besondere Gedenken gilt in diesen Tagen den Eltern von Nicole, zu denen Pater Kiesel eine besondere Beziehung hat.

Nicole Clerf wurde am Montag, 08. Dezember, in Bollendorf bestattet. Im Gedenken an Nicole hatte der Abiturjahrgang 1997 für den 21. Dezember einen Gedächtnisgottesdienst vorbereitet (19:30 Uhr), der in der Biesdorfer Klosterkirche stattgefunden hat.

Reinhard Vitt

Würdigung

Als Lehrerin und später als Jahrgangsstufenleiterin des Abiturjahrgangs 1997 habe ich Nicole als liebenswerten Menschen kennen- und schätzengelernt. Durch ihr offenes Wesen und ihre natürliche Fröhlichkeit hat sie innerhalb der Schulgemeinschaft einen wohltuenden Einfluß ausgeübt. Ihr Tod hat uns unerwartet getroffen und bei allen, die sie kannten, tiefen Schmerz ausgelöst.

Helene Fontaine

Zum Tode von Pater Robert Schmidt

Eine Würdigung von Bruno Schulte, Hannover

Im Alter von erst 69 Jahren verstarb am 30.5. 2003 Pater Robert Schmidt im Missionshaus Sankt Kilian in Lebenhan/Unterfranken an einem schweren Krebsleiden. Trotz seiner Erkrankung war es ihm noch einmal möglich gewesen, zwei Wochen zuvor eine erneute Romreise vorzunehmen. Die „Ewige Stadt“ war ihm früher aus mehrfachen Studienfahrten mit Schülern des Sankt-Josef-Gymnasiums Biesdorf ein liebgewordenes Reiseziel.

Pater Schmidt wurde 1962 als noch junger Ordenspriester der Missionare von der Heiligen Familie mit 29 Jahren in die Aufgabe der Erziehung und Führung vieler junger Menschen ins Internat nach Biesdorf gerufen. Damals wohnten etwa 240 Schüler, von der Sexta beginnend, im Internat des Sankt-Josef-Kollegs, aus ganz Deutschland kommend. Neben der Funktion als Präfekt im Internat unterrichtete Pater Schmidt als Religionslehrer im Sankt-Josef-Gymnasium. Ein ursprüngliches Berufsziel war wohl das eines Priesters in der Mission. In der Nachfolge von Pater Schnur wurde Pater Schmidt 1964 die Internatsleitung übertragen. Über die Jahre bis 1989 betrachtet, eine sehr umfassende und verantwortungsvolle Aufgabe in der Jugenderziehung, bei der über verschiedene Zeiten Pater Müller, Pater Peters, Pater Simon, Frater Geuecke, Pater Knoche und Pater Eulner die Aufgabe und Arbeit mittrugen.

Ich selbst kam als ehemaliger Biesdorf-Schüler 1963 von Lebenhan nach Biesdorf und lebte dort bis zum Abitur 1970. So hat Pater Schmidt viele Schülergenerationen im Biesdorfer Internat bis zum Abitur mitgeführt und ins Erwachsenwerden begleitet.

Seine Arbeit war nicht immer einfach. Auch nicht ohne Konflikte, aber immer mit wohlwollendem Engagement im Spannungsfeld mit uns heranwachsenden Jugendlichen: In der stellvertretenden Erziehungsfunktion der Eltern, in der Mitverantwortung des Internates für das Gelingen der gymnasialen Ausbildung, in den Interessen einer christlichen Erziehung mit den Zielen des Sankt-Josef-Gymnasiums und mit den Wünschen des Ordens, der sich auch aus unserer Schülerrunde seinen Nachwuchs erhoffte.
Diese vielfältigen Bedürfnisse im Hintergrund bei uns Schülern zu bedienen und umzusetzen, war für Pater Schmidt eine dauerhafte Herausforderung, mitunter im Widerstreit mit der Individualität von uns Schülern und einer Internatsordnung, die uns Schülern lange Zeit natürlich viel zu eingrenzend erschien.

Bei zahlreichen Klassentreffen nach bestandenem Abitur war Pater Schmidt immer ein gern eingeladener und willkommener Gast. In Geselligkeit war er mitunter Gegenstand von Anekdoten, aber auch deren Erzähler. Er war jederzeit interessiert an dem weiteren Werdegang seiner ehemaligen Schüler. Die Wertschätzung für seine vielfältigen Aufgaben in der Internatsleitung wuchs bei manchem von uns mit der Distanz nach dem Abitur und aus der Sicht des Erwachsenen weiter.

Als Präfekt war Pater Schmidt für uns einerseits eine Auitoritätspersönlichkeit, andererseits aber auch ein Mensch mit wohlwollender und geselliger Ausstrahlung, mit einem
unkomplizierten Umgang und natürlich mit einer Begeisterung für sportliche Aktivitäten. Als Ordenspriester kennzeichnete ihn eine überzeugende Gläubigkeit.

So äußere ich gerne meinen Respekt, meine Wertschätzung und auch meine Dankbarkeit für Pater Schmidt in seinem langjährigen verantwortungsbewussten und engagierten Wirken. Die ehemaligen Biesdorfer Internatsschüler werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren, und er wird in ihrer Erinnerung in einem wichtigen Lebensabschnitt fortleben.

Bruno Schulte, Hannover

Pater Robert Schmidt ist tot

Am Freitag, dem 30. Mai 2003, erhielt die Biesdorfer Ordenskommunität während einer Besichtigung der Cusanus-Stiftung in Bernkastel-Kues die Nachricht, dass Pater Schmidt am Morgen des Tages verstorben sei.

Pater Robert Schmidt wie die meisten Ehemaligen ihn in Erinnerung haben.Pater Schmidt litt seit einigen Jahren an einer schweren Krebserkrankung. In den zurückliegenden Monaten war ihm die zunehmende Nähe seines Todes bewusst geworden. In diesem Bewusstsein besucht er vor 14 Tagen noch einmal die Ewige Stadt, in die er während seiner Biesdorfer Zeit immer wieder mit Schülerinnen und Schülern, Ehemaligen, Eltern, Kollegen und Freunden gefahren ist. Es war, als hätte er alle seine Kräfte noch einmal auf dieses Ziel hin konzentriert. Pater Hüging war ihm während dieser Tage ein sorgsamer Begleiter. Beglückt sprach Pater Schmidt nach seiner Rückkehr davon, dass er noch einmal die Hauptkirchen der Stadt und die zentralen Stätten besuchen konnte. Unmittelbar nach diesem Besuch setzte ein rascher Verfall der körperlichen Kräfte von Pater Schmidt ein.

Pater Schmidt, geboren am 12. April 1934 in der sauerländischen Gemeinde Elspe, wuchs in einer Familie mit acht Geschwistern auf. Er besuchte die Schulen der Missionare von der Heiligen Familie in Oberhundem/Sauerland und Lebenhan/Unterfranken und trat 1955 in den Orden ein. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie empfing er 1960 durch den Trierer Bischof Matthias Wehr die Priesterweihe. Es folgte eine weitere Ausbildung in Köln. Am 30. April 1962 kam Pater Schmidt nach Biesdorf, wurde Präfekt im Internat und war gleichzeitig Religionslehrer am Sankt-Josef-Kolleg. Nach einer weiteren Ausbildung in Altenberg bei Köln übernahm Pater Schmidt zu Ostern 1964 die Leitung des Biesdorfer Internates und behielt diese Aufgabe bis zum Sommer 1989 bei. Tatkräftig und engagiert wirkte Pater Schmidt in diesen Jahren in Biesdorf, wurde Initiator der Hauskirmes, gründete und begleitete die sozial orientierte „Schülergruppe“ und nahm schulpastorale Aufgaben wahr. Nach 1989 leitete Pater Schmidt die Ordenshäuser in Mainz und Bad Neustadt-Lebenhan und übernahm dort als Kuratus auch die Seelsorge der Gemeinde.

Trierischer Volksfreund vom 03.06.2003Während all dieser Jahre blieb der Kontakt nach Biesdorf bestehen. In Bad Neustadt-Lebenhan ist Pater Schnidt am 30. Mai 2003 verstorben. Dort hat er auch seine letzte Ruhestätte. Am Freitag, dem 6. Juni 2003, fand um 14:30 Uhr die Totenliturgie in der Kuratiekirche von Lebenhan statt, es folgte die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof. Einen Gedenkgottesdienst in der Biesdorfer Klosterkirche gab es am Montag, dem 16. Juni 2003, um 19:30 Uhr.

Pater Reinhard Vitt

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