{"id":67,"date":"2002-08-05T10:09:28","date_gmt":"2002-08-05T09:09:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ehemalige-biesdorf.de\/wp\/2002\/08\/05\/das-ehemaligen-treffen-2002-findet-nicht-statt\/"},"modified":"2008-01-21T10:51:19","modified_gmt":"2008-01-21T09:51:19","slug":"das-ehemaligen-treffen-2002-findet-nicht-statt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ehemalige-biesdorf.de\/?p=67","title":{"rendered":"Das Ehemaligen-Treffen 2002 findet nicht statt"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"normal\"><strong>Es klingt entt\u00e4uschend: Das Ehemaligentreffen am 14. September 2002 findet nicht statt. Ich m\u00f6chte einer solchen Entt\u00e4uschung nicht zustimmen.<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDas erste Ehemaligentreffen der Biesdorfer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler fand im September 1988 statt. Es war auf einen vielfachen Wunsch hin ungezielt und langfristig vorbereitet worden. Mit besonderer Sorgfalt war der Termin im fr\u00fchen Herbst abgestimmt worden. &#8218;Wir hatten damals vom Ehemaligenkreis alle ehemaligen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Sankt-Josef-Gymnasiums angeschrieben, &#8218;also nicht nur die, die zum Ehemaligenkreis geh\u00f6ren. Das waren etwa 800 Versendungen. Die Resonanz war gro\u00df. Etwa 380 Ehemalige meldeten sich zu diesem Treffen an, etwa 400 kamen. Es war ein stimmungsvoller Nachmittag und Abend, der bis tief in die Morgenstunden des folgenden Sonntags reichte. Der Wunsch nach einer Wiederholung wurde ge\u00e4u\u00dfert, und es wurde auch schon konzipiert: nach drei Jahren oder nach f\u00fcnf Jahren. Mit Verlaub, ein solches Treffen, erstmalig f\u00fcr alle Jahrg\u00e4nge von 1966 bis 1988, hat auch etwas Einmaliges an sich. Viele kamen, um zu sehen, was geworden war, andere hatten einfach Interesse aneinander, manche wollten auch ehemaligen Lehrern einmal wiederbegegnen. Auch waren gewisse Verwundungen und Verletzungen, wie sie in Schulen und Internaten vorkommen, inzwischen vernarbt oder verheilt, so dass eine R\u00fcckkehr an einen Ort der eigenen Jugend reizen k\u00f6nnte. Das alles begr\u00fcndet aber keine andauernde Lebensgemeinschaft, die auf wiederholte Begegnungen in, einem solch gro\u00dfen Rahmen angelegt ist. Begegnungen, Verbindungen und Beziehungen gibt es immer wieder aber der Rahmen ist in der Regel kleiner, und manchmal ist die Form eher spontan. Bleibt aber anzumerken, dass dieses erste Treffen sehr stark von ehemaligen Internatssch\u00fclern gepr\u00e4gt war, die tats\u00e4chlich eine klassen\u00fcbergreifende Lebensgemeinschaft in den Jahren ihrer schulischen Ausbildung erlebt hatten und diese nun noch einmal aufleben lie\u00dfen. Aber eine R\u00fcckkehr nach Biesdorf in der Form eines solchen Treffens sollte ja nicht einem Zustand in der Jugend dauernden \u2013 wenngleich periodischen - bestand verleihen. Jene, die zu diesem ersten Treffen kamen, kamen - dar\u00fcber hinaus - zum Teil aus den Gegenden ihrer Herkunft und ihres dort verbliebenen Lebensmittelpunktes, also aus Oldenburg, aus Westfalen aus der Rh\u00f6n, andere reisten damals von ihren Wohnorten an, die inzwischen noch weiter entfernt vom Schulort lagen - von Hamburg und Hannover, von Berlin und von M\u00fcnchen oder von Stuttgart. Solche Anreisen wiederholt man nicht so einfach, zumal Verpflichtungen, Verbindungen und zeitliche Planungen anderer Art im Verlauf der Jahre Vorrang nehmen, vor gro\u00dfen Treffen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der gleichen Schule.<\/span><\/p>\n<p>Der Ehemaligenkreis hatte den Wunsch nach einer Wiederholung des ersten Treffens aufgenommen und ein zweites Treffen vorbereitet: wieder mit Einladung, R\u00fcckmeldung und weiteren Vorbereitungen. Es wurde dabei die Mitte angezielt zwischen drei und f\u00fcnf Jahren, also nach vier Jahren, und demnach wurde der September 1992 &#8222;ausgeguckt&#8220;. Was vermutet - oder bef\u00fcrchtet worden war - trat dann auch ein. Etwa 180 Ehemalige meldeten sich an, etwa 200 kamen. Wir haben das nachher nicht weiter thematisiert, auch nicht publiziert: Zur Stimmung des ersten Treffens kam es nicht wieder, auch warf das im Auslauf befindliche Internat schon seine Schatten voraus, das ganze Treffen wurde eher trocken und etwas lustlos. Um zwei Uhr nachts verabschiedeten sich nach diesem Samstag die letzten. Es gibt gewisse Dinge, die kann man nicht einfach wiederholen, zumal wenn sich die Situation wandelt oder gewandelt hat. Als gleichwohl der Wunsch nach einem erneuten Ehemaligentreffen in den letzten Jahren wiederholt genannt wurde, erinnerten wir uns an einen Vorschlag aus dem R\u00fcckblick auf das Treffen von 1992: fr\u00fchestens nach zehn Jahren. Damals hatten einige Abiturienten dieses Jahrgangs 1992 dagegen opponiert: &#8222;Dann sind wir ja schon Gro\u00dfv\u00e4ter&#8220;. Gro\u00dfv\u00e4ter sind sie in diesem Jahr sicher noch nicht. Aber die Tatsache, dass sich nicht einmal 40 Ehemalige zu diesem Treffen angemeldet haben, spricht ihre eigene Sprache, sie spricht nicht gegen die Ehemaligen, sondern eher daf\u00fcr, dass solchen gro\u00dfen Treffen nur schwer ein regelm\u00e4\u00dfiger Bestand zukommen kann. Man trifft sich, ja, im kleineren Kreis der ehemaligen Jahrgangsstufen. Zum &#8222;Zehnj\u00e4hrigen&#8220; des Abi-Jahrgangs von 1992 kamen fast alle, das &#8222;Zwanzigj\u00e4hrige&#8220; des Abiturjahrgangs 1982 wurde geb\u00fchrend gefeiert. Und immer wieder gibt es die Begegnungen am Tag der Hauskirmes, mit geringerer Zahl auch beim dortigen Ehemaligentreff um 14.30 Uhr im Mehrzweckraum, und es gibt Treffen und Begegnungen weit dar\u00fcber hinaus. Nicht alles l\u00e4sst sich organisieren, und mag die eigene Schulzeit auch noch so pr\u00e4gend gewesen sein oder begr\u00fcndend f\u00fcr Freundschaften, Beziehungen oder pers\u00f6nliche Kontakte - &#8222;sp\u00e4tere Heirat nicht ausgeschlossen&#8220; -, das Diktum von Josef Thiel hat etwas Bedenkenswertes an sich. &#8222;Was hat ein Abiturient des Jahres 1966 noch mit einem Abiturienten des Jahres 2002 zu tun?&#8220; Die gemeinsame Schule verbindet, aber die Jahrg\u00e4nge sind es, die ihre Wege gehen, letztlich geht jeder seinen eigenen Weg. Wenn dann \u00fcber die vielen Verbindungen und Beziehungen hinweg noch gemeinsame Kontaktorgane gelingen wie etwa die gemeinsame Homepage oder die wiederbelebten \u201eKontakte\u201c - ist das doch auch etwas, das zumindest eine allgemeine Verbindung miteinander und zum gemeinsamen Schulort wahrt.<\/p>\n<p>Wir, besonders in der s\u00fcdlichen Eifel, lieben es, Verbindungen zu bewahren. Die Bodenst\u00e4ndigkeit wird hier zu einem ausgesprochen personalen Wert. Die Biesdorfer Schulgemeinschaft hat es mit diesem - nicht nur landschaftlich bedingten - Zusammenhalt. &#8222;Man verliert sich nicht, wenn man einmal hier gewohnt hat oder gar zuhause war.&#8220; Aber die Formen des Zusammenhalts lassen sich nur bedingt organisatorisch vorgeben, sie wirken und entfalten sich eigenst\u00e4ndig. Lassen wir also die Wasser des Zusammenhalts laufen und zwingen sie nicht in ein Bett, das letztlich und eigentlich zu begrenzt ist f\u00fcr die Vielfalt, die entstanden ist, vielleicht darum auch zu k\u00fcnstlich, oder am Ende gar zu klein und wom\u00f6glich zu unpers\u00f6nlich. Vielleicht ergibt sich in der Zukunft wieder einmal ein Anlass, der ein solches Treffen sinnvoll macht. Der alleinige Zusammenhalt der 48 Jahrg\u00e4nge der Ehemaligen unter sich reicht da vermutlich nicht aus.<\/p>\n<p>Reinhard Vitt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es klingt entt\u00e4uschend: Das Ehemaligentreffen am 14. September 2002 findet nicht statt. Ich m\u00f6chte einer solchen Entt\u00e4uschung nicht zustimmen. Das erste Ehemaligentreffen der Biesdorfer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler fand im September 1988 statt. Es war auf einen vielfachen Wunsch hin ungezielt und langfristig vorbereitet worden. Mit besonderer Sorgfalt war der Termin im fr\u00fchen Herbst abgestimmt worden. 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